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| Samstag, 4. Februar 2012 |
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Unternehmensbericht
Sie werden sich vielleicht erinnern, dass ich in unserem letzten Unternehmensbericht 2009 mit Blick auf das Jahr 2010 von verhaltenen Erwartungen für den Geschäftsverlauf der HOYER-Gruppe gesprochen hatte. Dazu bestand in der Tat Anlass, betrachtet man nur die nach wie vor ungelösten Risiken der globalen Verschuldung und die damit ver-bundene Volatilität der Finanzmärkte. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die größte Gefahr geht von der unbewältigten Schuldenkrise aus. Selbst ein paar Jahre schwachen Wachstums in den USA, Japan und Europa sind eher zu verkraften als Staatsbankrotte bedeutender Länder. Erfreulicherweise hat sich die Konjunktur momentan jedoch schnell und umfänglich wieder erholt. Nicht zuletzt induziert durch die Volkswirtschaften Asiens, legte insbesondere auch Deutschland ein erstaunliches Wirtschaftswachstum vor. Wie es sich für ein dynamisches Familienunternehmen gehört, hatten wir bereits in 2009 damit begonnen, Weichenstellungen in unserem Geschäft für die Zeit »nach der Krise« vorzunehmen. Wir müssen die strategische Ausrichtung des Unternehmens permanent überprüfen und es so fit machen für ein wirtschaftliches Umfeld, in dem schnelles und flexibles Handeln stärker denn je gefragt ist. Unsere Maßnahmen wurden hierbei durch eine gute Konjunktur und Auslastung unterstützt. Mit unserem Geschäftsmodell der Business Units, mit straffem Kostenmanagement sowie verhaltenen Investitionen und mit dem Mut zu unternehmerischer Aktion ist es uns gelungen, für die HOYER-Gruppe in 2010 alle Bilanzkennziffern weiter zu verbessern. In einem - auch für große Teile unserer Kundschaft - sich erholenden Wirtschaftsklima konnten wir im Geschäftsjahr 2010 den Umsatz um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 990 Millionen Euro steigern. Hiermit hatten wir in Anbetracht der Heftigkeit der erlebten Krise kaum mehr gerechnet. Umso erfreulicher ist es, dass der Umsatzrückgang von 14 Prozent in 2009 gegenüber 2008 somit mehr als kompensiert werden konnte. Mit einer Umsatzrentabilität von 3,1 Prozent (vor Steuern, ohne Sondereinflüsse) hat die HOYER-Gruppe sehr befriedigend abgeschnitten und rangiert über dem Branchendurchschnitt. Dem hohen Margendruck vor allem im Chemiesegment ist es geschuldet, dass sich das Ergebnis nicht ganz proportional zum Umsatz entwickelt hat. Die Entscheidung, der Entschuldung und der Stärkung des Cashflows Vorrang vor Investitionen zu geben, hat sich ebenfalls bewährt. Mit einigen wenigen, gezielten Akquisitionen im Geschäftsjahr 2010 hat sich die HOYER-Gruppe weitere strategische Optionen in ihrem 80 Länder umspannenden Netzwerk eröffnet. Unsere Richtschnur bleibt hierbei, den globalen Bedürfnissen unserer Kunden auf die beste Art und Weise gerecht zu werden und gleichzeitig die gesunde Basis unseres Familienunternehmens zu erhalten. In diesem Zusammenhang verdient eine Entscheidung des Managements, nämlich die Zusammenlegung der Business Units Chemilog und Global Transport, besondere Erwähnung. Dieser Schritt, der in 2010 begonnen wurde und im Jahr 2011 abgeschlossen sein wird, erzeugt beträcht-liche zusätzliche Synergien wie zum Beispiel die Zusammenführung von Organisationseinheiten und die Bündelung von Einkaufskapazitäten. Das Jahr 2011 hat bedauerlicherweise mit vielen politischen Turbulenzen begonnen. Sorgen bereiten die Krisen in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten, die uns jedoch nicht hätten überraschen dürfen. Die Ereignisse in Japan haben unser Geschäft bis heute erstaunlich wenig beeinflusst. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten, insbesondere die des Ölpreises, wird uns weiter begleiten und die zunehmenden Probleme im Euroraum (»Transferunion«) sowie der damit einhergehende Vertrauensverlust bereiten Anlass zu größter Sorge. Dennoch bleibt Raum für Optimismus, denn das 1. Quartal 2011 ist das beste in der Unternehmensgeschichte! Zu unserem Selbstverständnis gehört es seit jeher, dass Unternehmertum von der Dynamik der Märkte, vom Mut zur Veränderung und von Leidenschaft für die uns anvertrauten Aufgaben lebt. Den im abgelaufenen Geschäftsjahr erarbeiteten und verabschiedeten »HOYER Code of Conduct« als ethischer Leitfaden für alle Mitarbeiter sehe ich als einen wichtigen Bestandteil dieses Verständnisses. Wir müssen und werden unseren Mitarbeitern, denen ich bei dieser Gelegenheit von Herzen für ihre engagierte Arbeit danke, noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Ein Familien-unternehmen, das den Kunden und der Familie dient, kann dieser Aufgabe nur gerecht werden, wenn die Mitarbeiter die Strategie des Unternehmens nachvollziehen können, sich im Unternehmen wiederfinden, die Arbeit Spaß macht und natürlich anständig und marktgerecht entlohnt wird. Gepaart mit dem Respekt vor der Tradition und der übernommenen Verantwortung gegenüber allen am Unternehmensschicksal Beteiligten sowie unserer Umwelt, folgen wir damit dem Modell, das den deutschen Mittelstand sehr prägt und bis heute so erfolgreich gemacht hat. Daran werden wir auch in Zukunft festhalten. Begleiten Sie uns weiter! Mit herzlichen Grüßen aus Hamburg Ihr Thomas Hoyer
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